27. September 2011, Düsseldorf

Kraft-Wärme-Kopplung = Energieeffizienz Klimaschützende Mini-Blockheiz- kraftwerke ersetzen alte Heizungen und ergänzen das Fernwärmenetz

Wirtschafts- und Energieminister Harry K. Voigtsberger und NRW-Landtagsabgeordnete diskutieren im Rahmen eines Effizienzdialoges mit der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. über die neuen Perspektiven des Energielandes Nordrhein-Westfalen und die Potentiale der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Eine ASUE-Studie aus dem Sommer zeigt auf, was mit KWK und im Besonderen mit der „kleinen, dezentralen KWK“ machbar ist.

„Alle KWK-Alternativen sind ökologischer als die getrennte Erzeugung in Kraftwerksparks und Heizkesseln“, so Dr. Bernhard Hörsgen, ASUE-Mitglied und Vorstand der Gelsenwasser AG, „auch kleine KWK-Anlagen können demgegenüber bis zu 33 % Primärenergie und bis zu 16 % CO2 einsparen. So kann auch außerhalb der Ballungszentren in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit der kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung ein Beitrag zur Energiewende geleistet werden.“

Minister Voigtsberger erläuterte die Ziele der Landesregierung mit Blick auf die KWK: „Der Schlüssel für eine nachhaltige Energiepolitik liegt in einem effizienteren Erzeugungsportfolio und bei Effizienzsteigerungen auf der Verbrauchsseite. Hierfür ist der Ausbau der Kraft-Wärme–Kopplung ein wichtiger Schritt.“ Die Landesregierung will bis zum Jahre 2020 den Stromverbrauch um 20 Prozent senken und mehr als 25 Prozent des in Nordrhein-Westfalen erzeugten Stroms in KWK-Anlagen produzieren“.

„Moderne Blockheizkraftwerke produzieren Strom verbrauchernah, so dass die Stromnetze gegenüber der Stromerzeugung aus ortsfernen Großkraftwerken spürbar entlastet werden können. Dabei setzt die Landesregierung insbesondere auf die Mitwirkung der regionalen Versorger“, sagte Voigtsberger.

Die IZES-Studie im Auftrag der ASUE beschreibt die zunehmend wichtiger werdende Rolle der KWK im Zusammenspiel mit den erneuerbaren Energien – insbesondere Wind- und Sonnenstrom – als Lieferant für Regelenergie zur Stromnetzstabilisierung. Netzschwankungen infolge fluktuierender Stromerzeugung auszugleichen, wird eine der großen Herausforderungen bei der Entwicklung der Versorgungsinfrastruktur sein. Es wird gezeigt, wie die KWK dazu ökonomisch und ökologisch am sinnvollsten genutzt werden kann.

Durch den Ersatz und die Modernisierung der Heizungsanlagen lassen sich in Deutschland schnell über 10 Millionen Tonnen CO2–Emissionen pro Jahr einsparen. Erreicht werden kann das, mit den besonders effizienten „Strom erzeugenden Heizungen“, die nicht nur Wärme, sondern gleichzeitig auch Strom dezentral im eigenen Haus produzieren. Mit diesem praxisnahen Ansatz ist zugleich eine energiepolitische Vision verbunden. Dezentrale KWK-Anlagen können zukünftig mithilfe neuer, intelligenter Stromnetze zu virtuellen Kraftwerken zusammengeschaltet werden. Das ist eine Herausforderung für die heutige und eine Chance für die zukünftige Stromversorgungsinfrastruktur. Zugleich sind es auch unverzichtbare Impulse für Investitionen in den Klimaschutz und somit für Arbeitsplätze im Handwerk und bei Energiedienstleistern in der Region